Montag, 27. Februar 2012

Räumliche Disparitäten

Ich könnte mich jetzt hier über meine eigene Situation auslassen, wofür dieser Blog meistens herhalten muss, habe mich aber entschlossen, mal über anderer Leute Probleme zu schreiben. Zudem ist mir das folgende Problem selbst nicht ganz unbekannt, was mir genügend Legitimation bietet, meine Meinung in die Öffentlichkeit zu werfen.
Eine Freundin sieht ihr Allerheiligstes bedroht, ihr zukünftiges Leben mitsamt der Person die es ausmachen soll. In nicht allzu ferner zeitlicher Nähe (das Paradoxon ist mir bewusst, denn ist Liebe das nicht immer, paradox?) plant ihr Freund ins Ausland zu gehen. Das große Abenteuer, vielleicht auch das Kleine, zumindest raus aus Deutschland in die Sonne hin zu Unbeschwertheit und neuen Ufern, im wahrsten Sinne des Wortes. Ob das Ziel nun Teneriffa, Afrika oder Australien ist, es ist mindestens ein Weltmeer zu viel für den Geschmack der besorgten Beziehungshälfte. Sie würde am liebsten alles Ausland nuklear Vernichten oder die Einreise in andere Länder verbieten lassen, das Objekt der Begierde zwangsentmündigen und einsperren oder zumindest auf wirkungsvolle Art und Weise davon abhalten, zu gehen. Die Illusion das Geliebte beziehungsweise den Geliebten niemals loszulassen und bis ans Ende der Zeit nicht von seiner Seite zu weichen, gleicht einem Kind dass seine ihm zweifelsohne unendlich wichtige Puppe oder ein Stofftier in den Händen hält und ihr schwört, sie niemals gegen ein menschliches Pendant einzutauschen, dass statt ihrer neben ihm im Bett liegt. Im Moment der Aussprache des Treueschwurs ist er so wahr wie kaum etwas anderes. Doch nur wenige Monate später findet die Puppe (oder besagtes Stofftier, suchts euch aus) mit großer Wahrscheinlichkeit einen Platz, den sie für die nächsten Jahre nicht verlassen wird. Eine Beziehung, die niemals eine Trennung, sei es nur temporär und räumlich und nicht emotional erlebt, muss wohl noch erfunden werden. Wahre Liebe braucht keinen Radius von weniger als 10 Kilometern. Emotionale Nähe misst man nicht in Metern oder Meilen, und auch geographische Unebenheiten stellen kein unüberwindliches Hindernis dar. Das einzige was wirklich gefährlich werden kann, sind die Barrieren die wir selber schaffen. Die zugegebenermaßen durchaus im Schwierigkeitsgrad gesteigerte Herausforderung nicht anzunehmen, ist eine Beleidigung für die Beziehung, von der man behauptet, sie sei einem so wichtig. Man ist nie vorher schlau genug um zu wissen, wie es hinterher aussieht. Früher überdauerte die Liebe beispielsweise ganze Kriege, wie schrecklich wäre es, wenn die Zurückgebliebenen leichtfertig ihre Liebe aufgegeben hätten. Ich würde sogar behaupten, Deutschland wäre um einige tausend Menschen ärmer. Was ist schon eine Reise ins Ausland, in einer Zeit, in der das Internet schneller ist, als die Gedanken der Menschen und man in signifikant weniger als 80 Tagen um die Welt reisen kann, und das deutlich komfortabler als in einem Heißluftballon. 
 Auch wenn die Beziehung eine Phase erlebt, die man nicht zusammen verbringen kann, bleibt die Verbindung bestehen. Liebe hört nicht einfach auf zu existieren. Wenn beidseitiges Interesse an der Fortführung der emotionalen Bindung besteht, ist es nicht nur im Land der Unbegrenzten Möglichkeiten etwas, was eine Beziehung aushalten kann und wird.

Musikalische Untermalung: Michael Kiwanuka - Home Again www.youtube.com/watch?v=lLAgc6KxSM8&feature=fvwrel



Ich hoffe, das hilft dir, Katze.
Nora, der das Thema auch am Herzen liegt.

Mittwoch, 18. Januar 2012

Eine keineswegs verweichlichte männliche Gesellschaft

Gestern hat der Blogeintrag eines aufstrebenden Bloggers mein Interesse geweckt. In diesem Artikel beschäftigt er sich mit der seiner Meinung nach verweichlichten männlichen Gesellschaft, und den Frauen, die angeblich nur noch an "halbschwuchteligen Vampiren" gefallen findet. Aber lest euch doch den Artikel selber durch.


http://letzer-chauvinist.blogspot.com/ 


Lieber Chauvinist.


Das Problem ist nicht, dass wir Frauen ein Beuteschema entwickelt haben, was sich gänzlich von dem unterscheidet, was noch vor ein paar Jahrzehnten üblich war, oder dass Männer deswegen zu besagten "halbschwuchteligen", fragwürdigen Idealen werden. Das Problem ist, dass die Frauen missverstanden werden. Ich kenne kein weibliches Wesen, dass sich einen Freund wünscht, der femininere Verhaltensmuster oder noch schlimmer, weniger Behaarung aufweist als sie selber. Der Wunsch nach einem stereotypen Mann besteht nach wie vor, nur sollte dieser stereotype Mann außer dem Aufbau seines Bizeps oder den Gedanken an Barschlägereien zur Demonstration des Testosterongehaltes seiner Person auch sein(e) Freundin/Frau/weibliches Objekt der Begierde im Kopf haben. Der scheinbare Antagonismus zwischen Männlichkeit und Liebe verbietet euch offensichtlich, auch mal die zwischenmenschlichen (ich rede von emotionalen) Bedürfnisse einer euch verbundenen Person wahrzunehmen und zu befriedigen. Und deshalb entwerfen wir sehnsüchtig das Bild des scheinbar perfekten Mannes, der uns Liebesgedichte schreibt, durch unser Fenster klettert, uns im Schlaf beobachtet, uns während eines Gespräches 100% der Zeit in die Augen gucken kann und ab und zu auch mal "ich liebe dich" sagt. Zu so einem Typen würde natürlich nicht das Äußere eines Holzfällers passen. Daher das verstörende Bild eines glitzernden Vampirs mit Babyface. Fazit:
Bitte seid so männlich ihr wollt, aber vergesst dabei nicht dass Liebe und die Demonstration eben dieser keineswegs verweichlichte Idioten aus euch macht. Wir wollen eben einen Mann der uns auf Händen trägt. Wörtlich.
Nenn mich anspruchsvoll, aber so ist die Wahrheit!

Montag, 16. Januar 2012

Eine Beschwerde

"Wenn du 18 bist heirate ich dich direkt, damit das kein anderer macht!" - unglaublich toller Mensch
"Ich melde mich" (natürlich nicht) - beratungsresistenter Idiot  


Meine beste Freundin hat ein ernsthaftes Problem. Dieses wunderbare Mädchen wird von einem beratungsresistenten Idioten davon abgehalten glücklich zu sein. Sie schenkt ihm ihre Zuneigung, mehr als rückblickend nötig gewesen wäre. Jahrelang. Und was tut er? Nichts. Kein Wort der Zustimmung oder Ablehnung, was die ganze Geschichte noch schlimmer macht. Denn diese Ungewissheit ist mit der Zeit exponentiell ins Unerträgliche gestiegen. Ultimaten werden totgeschwiegen und mit ihnen das letzte bisschen Selbstachtung ihrerseits. Was rät man ihr in so einer Situation? Dass sie jemand besseres finden wird, dass er es nicht wert ist? Das alles ist zweifelsohne richtig, aber jeder der irgendwann mal geliebt hat weiß, dass sich dieses Gefühl sämtlicher Rationalität entzieht. Deswegen jetzt hier mal etwas hoffenltich wirkungsvolleres.
Hallo beratungsresistenter Idiot, und Hallo an all deine viel zu zahlreichen Artgenossen!
Hört auf, diejenigen zu verletzen, denen ihr wichtiger seid als ihre (seelische) Gesundheit. Bezieht klar Stellung, setzt euch mit euren Gefühlen auseinander und teilt sie ab und zu mal mit, Schluss mit der Respektlosigkeit und den Lügen. Die Menschen die euch lieben haben es nicht verdient, schlechter behandelt zu werden als ihr selbst. Lasst meine Mädels in Ruhe. Oder noch besser, entscheidet euch zur Abwechslung mal für die Richtigen, die, die ihr sonst immer Links liegen lasst. Und behandelt sie so, wie sie es verdient haben, eher noch besser, als Entschädigung. UND ENTSCHULDIGT EUCH, VERDAMMT NOCHMAL!
Mit unfreundlichsten Grüßen, 
eine wirklich ungehaltene beste Freundin.

Ich bin der festen Überzeugung, dass es noch wirklich tolle Menschen gibt, denen du wichtig bist, die sich für dich interessieren, denen auffällt, wenn du deine Haare minimal dunkler gefärbt hast. Wenn du neue Schuhe hast. Die dir sagen, dass du schön bist, und die sich für deine Bedürfnisse interessieren. Die dir sagen, dass du schöne Augen hast, auch wenn sie deine Brüste meinen. Die das auch zugeben, aber dir sagen, dass deine Augen trotzdem schön sind. Und es ernst meinen. 
Ihr wisst was ich meine. Die Sorte Mensch, die den selben Humor hat wie du, die du Nachts um 3 anrufen kannst, wenn es dir schlecht geht. 
Das Problem ist, dass wir sie übersehen. Oft sind es die Menschen, von denen wir es am wenigsten erwartet hätten, die uns am meisten verzaubern. Jahrelang existiert man nebeneinander her, bis einen das Schicksal dann hoffentlich durch einen Wink mit dem Zaunpfahl (oder Empire State Building, manchmal ist das nötig) auf sie aufmerksam macht.
Nur durch Zufälle stolpern wir (zugegebenermaßen mit ein bisschen Glück) über diese menschlichen Rohdiamanten. Das heißt, dass wir erstens die Augen offen halten sollten, da Rohdiamanten bekanntermaßen keine fluoreszierenden Eigenschaften haben. Die kommen erst zum Vorschein wenn man sie schon gefunden hat. Und zweitens sollte man (oder besser gesagt frau) damit aufhören, ihre Zuneigung Menschen hinterherzuschmeißen, deren Reaktion darauf Ignoranz oder Respektlosigkeit ist. Warum glitzerndes Fensterglas, wenn man (Roh)Diamanten haben kann? Danke Schicksal, für meinen persönlichen Diamanten, bei dieser Gelegenheit.

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Vergebene Chancen

Zu spät. 


Mehr kann ich dazu nicht sagen. Entscheidet euch so früh wie möglich, und dann am besten noch für das Richtige und verbringt weniger Zeit damit, zu überlegen, was wäre, wenn. 

Sonntag, 18. Dezember 2011

Erklärungen physikalischer Philosophie

Es ist nicht so als hätte es vor dir niemanden gegeben,
der mich beeindruckt hat, von dem ich dachte es sei Liebe
doch diesmal ist alles so selbstverständlich außergewöhnlich,
dass da mehr sein muss. Machst mich verrückter als ich eh' schon bin,
lasse mich inspirieren von deutschen Rappern und Metal,
Musik so ambivalent wie deine Persönlichkeit,
die ich einfach nicht erklären kann,
genau so wie ich nicht weiß, wie in so kurzer Zeit
meine Vorstellungen vom Leben komplett andere sein können.


Zeit mit dir ist wie durch 0 zu teilen, ein unbekannter Faktor
macht unmöglich zu sagen, was mich so fasziniert,
du bist mein i², mit dir multipliziert 
ist alles negative so positiv, die Lösung für unlösbare Probleme
allein durch deine Existenz
wird mir klar, dass der Sinn des Lebens 
wohl komplexer ist als alles andere,
er liegt hinter deinen Augen, neben deiner Seele,
die mich wünschen lässt, dass da Wahrheit ist 
in der String-Theorie,
unsichtbare Stränge zwischen uns,
die mich zu dir ziehen. 


In der Enthropie meines Lebens
bist du die Energie die mein persönliches Chaos
zu einem Ruhepol zieht, ohne den es mittlerweile
wirklich schwierig wird zu existieren.
Es bleibt der einzige Zweifel,
dass das alles nicht real ist,
dass irgendwo irgendwas diese Perfektion zerstört,
aber ich bin die Letzte, die sich einfach
die scheinbar einzig passende Lösungsmenge 
für die bisher ungelöste Variable nehmen ließe. 




Sonntag, 11. Dezember 2011

Erkenntnisse

Immer wieder hört man diesen Satz, die kleinen Dinge machen das Leben aus. Doch wie wahr er ist, ist einem oft gar nicht klar. Ich war der Meinung, ich würde niemals meine Meinung über bestimmte Personen ändern. War der Meinung, ich würde niemals wieder wirklich glücklich sein. Wie dumm von mir. Ein paar Kleinigkeiten, sie könnten banaler kaum sein, verändern alles. Ein Abend, zwei, ein bisschen Ablenkung. Man vergisst in seiner beschränkten Sicht komplett, wie schön normales Leben sein kann. Danke an meinen besten Freund, der mich immer daran erinnert hat, dass ich mein letztes bisschen Selbstwertgefühl nicht auch noch grundlos verschenke. Danke an den, der so viel Zeit für mich geopfert hat, man könnte sagen, in Time, zwei Wochen länger und ich hätte als Misanthrop geendet, mit 72 Katzen. Ich bin mir sicher, der Butterfly-Effekt existiert, und er hat mir eindeutig Glück gebracht.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Abhängigkeit

Es ist ziemlich ungesund abhängig von dir zu sein. Weißt du das? Nein vermutlich nicht, du hast ja schon dein ganzes Leben mit dir selbst verbracht. Dann teile ich es dir hiermit offiziell mit. HALLO, du zerstörst mich innerlich. Ich habe nicht darum gebeten sämtliche Gedanken an dich zu opfern, und schon gar nicht meine Zufriedenheit. Ein Heroinabhängiger entscheidet sich ja auch nicht für ein Leben im Elend sondern für Heroin. Dass das eventuell das selbe bedeutet ist einem im Augenblick des Entschlusses entweder unklar oder egal. Bist du dumm, dann nimm halt kein Heroin, könnte man jetzt sagen. Und: man hätte Recht. Problem: die Umsetzung. 
Ich beschwere mich bei meinem besten Freund über meine Situation, sage:
 "Ich weiß doch was ich will, meine Ziele sind klar definiert!"
 Seine Antwort? 
"Ja. Aber schlechte Strategie und schlechte Ausführung." 
Tja. Was soll man dazu noch sagen. Die Tatsache, dass ich meine Ziele nicht erreicht hab sagt eigentlich alles über die Richtigkeit seiner Aussage.
Mein Ziel: Bitte einfach endlich glücklich sein, ohne Stress oder die Angst, es im nächsten Moment nicht mehr zu sein. Und im Moment (dieser Moment dauert zwar schon über ein halbes Jahr, aber gut...) geht das irgendwie nur mit dir. Aber nicht wenn ich dir egal bin, wenn du mich nicht kennst sobald andere Leute in der Nähe sind, wenn ich mich deinetwegen fühle als wäre ich weniger wert als irgendjemand anderes, wenn du tust was du willst ohne dir darüber Gedanken zu machen was ich darüber denke, wenn du kurz gesagt 7 Tage der Woche deinen Arschlochtag hast.




So, das war ja jetzt ziemlich negativ, zum Ausgleich noch ein bisschen Musik :)


http://www.youtube.com/watch?v=4U5urd6Nziw&feature=related
&
http://www.youtube.com/watch?v=9gnabY-75m8&feature=related