Dienstag, 25. April 2017

warum

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Bisher gab es auf jede Frage eine Antwort, manchmal dauert es nur etwas. Ein schöner Zeitpunkt, sich in Geduld zu üben also. Man wächst mit seinen Aufgaben (so wie die Leber)

Freitag, 14. April 2017

Selbstliebe

Durch eine ironische Laune des Schicksals, die selbst mir als humorvollem Menschen ein großes Maß an Toleranz abverlangt hat, sie als solche zu sehen, wurde ich mit dem Thema Selbstliebe konfrontiert.

Über Liebe habe ich hier so oft geschrieben, dass ich es mir doppelt und dreifach überlegen werde, es wieder zu tun. Irgendwann ist alles gesagt. Aber über Liebe zu sich selbst ist noch einiges offen.
Dabei ist sie so ein essentieller Bestandteil, vielleicht sogar die Basis auf der alles andere aufbauen muss.
Warum ist sie so schwierig? Warum gibt es unzählige Bücher, Magazine und Workshops, die sich damit beschäftigen?
Das Problem ist, dass man sich zunächst klar werden muss, wer man ist. Und das bedeutet eine detaillierte Auseinandersetzung mit allem, was zu einem selbst gehört. Und vor allem viel Ehrlichkeit mit sich selbst. 
Es geht nicht darum, sich zu überlegen, wer man gerne wäre (groß, gebräunt und gutaussehend) und dieses Ideal zu lieben. 
Man muss sich eingestehen, dass man eben ist, wer man ist, mit allem was dazu gehört. Wie so oft in der Liebe also auch hier ein "in guten, wie in schlechten Zeiten". Es geht um Akzeptanz und Objektivität. Leider ist man selten so subjektiv wie mit sich selbst. Zu einer Person gehören alle ihre Eigenschaften, die, die man gerne an sich sieht, und die, die man gerne ignorieren würde. Doch genau das ist ein Punkt, an dem unsere Selbstliebe den ersten Knacks bekommt und zum Selbstbetrug wird. Man kann die Sachen, die man an sich nicht mag, nicht ignorieren. Jeder, der das versucht hat, wird mir bestätigen, dass es nicht dauerhaft oder vollständig funktioniert. Der Schlüssel zum besseren Verhältnis mit sich selbst ist, diese Dinge als Teil von einem selbst zu akzeptieren. Alles was uns ausmacht, macht uns zu genau dem einzigartigen Menschen der wir sind. 
Das soll aber nicht heißen, dass man sich mit seinen negativen Zügen abfinden soll und die mittelmäßige Version von einem selbst bleiben muss, mit der man nicht zufrieden ist. Denn die Akzeptanz, dass diese Eigenschaften ein unveränderbarer Teil von einem selbst sind, bringt die Möglichkeit mit sich, daran zu arbeiten.  Dadurch, dass man manche Dinge an sich nicht ändern kann, ist dies allerdings ein lebenslanger Prozess mit Höhen und Tiefen. Nach der Akzeptanz braucht man also noch Anerkennung für die Erfolge und Nachsicht für Tiefschläge. Und die Erinnerung daran, dass man bereits erfolgreich für seine Ziele gearbeitet hat und das, egal an welchem Punkt, immer wieder möglich ist, auch wenn es ein langer Weg sein sollte.

Nach dem ganzen Fokus auf negativen Dingen wird es Zeit für Positives. Niemand besteht nur aus negativen Eigenschaften. Auch wenn sie zuweilen schwer zu finden sein mögen, die guten Charakterzüge sind da. Es ist verdammt wichtig, sich darauf zu besinnen, was man gut gemacht hat, denn von diesen positiven Gefühlen sich selbst gegenüber zehrt man in Zeiten, in denen man an sich zweifelt. Die guten Eigenschaften offenbaren sich oft in kleinen Erfolgen und sind vielleicht nicht sofort als solche zu erkennen. Sie können sein, dass man für andere da war, dass man wirklich gute Witze macht, dass man Rührei machen kann wie niemand sonst, dass man die wildesten Tagträume hat, andere motivieren kann... genau wie die schlechten Eigenschaften verschwinden sie nie. Aber sie müssen gepflegt werden, vielleicht ab und zu entstaubt werden und wieder vorsichtig erprobt. 

Selbstliebe ist also ein komplizierter Mix aus Stärken suchen und Schwächen akzeptieren. Das ist verdammt harte Arbeit, aber ein Prozess der sich unfassbar lohnt.

Nora muss sich etwas von der Seele reden. Oder auch: Wahrheiten

Liebe Leute, 

lange genug ist es jetzt her, dass ich mich hingesetzt habe und meine Gedanken hier gelassen habe. Obwohl so viel Zeit vergangen ist, fühle ich mich heute wieder in die Situation zurück versetzt, in der ich diesen Blog begonnen habe. Ich habe ein wenig das Gefühl, als sei ich aus einem sehr langen Traum aufgewacht. Wenn ich an die letzten Jahre denke, sind sie wie im Zeitraffer vergangen. Ich bin von einem Ereignis zum nächsten gehastet und habe, das ist wirklich wahr, nicht ein einziges Mal in den letzten fünf oder sechs Jahren bewusst darüber nachgedacht, was gerade mit meinem Leben und mir passiert. Alles lief auf Autopilot. Ich habe mich immer gefühlt, als würde ich auf etwas warten. Als würde ich auf einen ganz bestimmten Punkt hinarbeiten, an dem alles Sinn macht. Zuerst, dachte ich, war es eine Liebesgeschichte, die mich lange begleiten sollte und von der ich nicht erwartet hätte, dass ihr Sinn sein sollte, zu enden, an einem ganz bestimmten Punkt meines Lebens. Dann das Abitur, dann das Studium, die erste Klausur, das erste Testat, das Physikum, die Doktorarbeit. Doch der Moment des angekommen Seins kam nie. Jetzt ist er da und er sieht so verdammt anders aus, als ich ihn mir vorgestellt habe. 

Es sollte dieser magische, erfüllende Augenblick sein, an dem alles an seinen Platz fällt und alle ungelösten Fragen sich beantworten. Getaucht in gleißendes Licht und vielleicht sogar mit theatralischer Musik im Hintergrund. Was für ein absoluter Schwachsinn. 

Der Moment, an dem sich die Wahrheit offenbart, warum ich mich noch nicht angekommen gefühlt habe, ist niederschmetternd. Die Warheit ist hässlich, grotesk, eine Karikatur dessen, was sie hätte sein sollen. 
Wir idealisieren Wahrheit immer als etwas pures, reines, erstrebenswertes. Dabei ist sie nichts, außer einfach nur wahr. Sie kann brutal sein, einen mit voller Wucht treffen, verletzen, sie kann einen auffangen, einem Sicherheit geben. Sie hat in etwa so viele Gesichter, wie es Sand am Meer gibt.

Das Problem mit der Wahrheit, besonders mit der unangenehmen, ist, dass sie wahr bleibt, egal wie sehr man versucht, sie zu ignorieren oder sich selbst zu belügen. Sie bleibt immer da, als großer, dunkler Schatten. Solange man sie nicht aus der heuchlerischen Comfort-Zone des Ignorierens holt, fällt ihr Schatten auf alles, was um sie herum ist. Nichts glänzt so hell wie es könnte, kein Sonnenschein der guten Laune ist hell genug, um sie zu vertreiben, sobald die Sonne verschwunden ist, ist es stockfinster.

Es bleibt uns also nichts anderes übrig, als ihr ins Gesicht zu sehen. Uns mit ihr zu beschäftigen und auseinanderzusetzen, um sie aus dem Weg zu räumen. Erst dann ist der Weg frei für das Licht, alle Bereiche unseres Lebens auszufüllen, eine freie Fläche ohne Schatten.

Ich habe damit angefangen und es gefällt mir gar nicht. Ich bin in meinen Grundfesten erschüttert, muss alles in Frage stellen, was ich bisher als gegeben angenommen habe. Aber es wird heller. Ich bin endlich aufgewacht, es gibt keinen Autopiloten mehr, ich übernehme wieder das Steuer. Die Unsicherheit hat etwas befreiendes.
 Ich habe diesen Blog in einer Zeit begonnen in der ich mich so weit von mir entfernt hatte, dass ich mir wie eine fremde Person vorkam. Ich habe hier meine Gedanken festgehalten, weil ich mich selber wieder zusammensetzen musste, die Einzelteile finden musste, die mich ausmachen. Und nun bin ich wieder hier, weil mir klar geworden ist, dass ich sie neu zusammensetzen muss. 

Auf eine Reise voller Licht, meine Lieben, wer auch immer das hier mitliest oder noch im Verteiler für neue Artikel ist. Oder auch nur mein Zukunfts-Ich, das in ein paar Jahren diesen Text liest und weiß, wohin der Weg geführt hat.

Zum Schluss eines meiner Lieblingszitate:

WHEN NOTHING IS CERTAIN, ANYTHING IS POSSIBLE.


Nora