Freitag, 25. Mai 2012

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Es ist ein bisschen so, als hätte ich es gewusst, damals, vor mehr als vier Jahren. Vielleicht war es der Blick, den du mir (zufällig?) zugeworfen hast, der mich nie losgelassen hat, vielleicht war es eine Vorahnung, wie man sie manchmal hat. Wie in den Momenten, in denen man auf sein Handy schaut und im nächsten Moment kommt eine SMS an. Ab und zu dauern Momente über vier Jahre. Wenn ich an diese letzten Jahre zurückdenke kommt es mir vor, als wären sie wie im Zeitraffer vergangen, als seien sie nur der Prolog des Zeitpunktes, an dem ich mich jetzt befinde. Der Prolog war ereignisreich, der Schriftsteller ist entweder ein Genie oder ein Wahnsinniger. Genau genommen ist jede Sekunde vom Rest meines Lebens der Epilog, den ich noch nicht kenne, eine weiße Seite die sich mit der Zeit füllt. Und hier wäre dann auch der Zeitpunkt gekommen, an dem ich dem Schriftsteller meines Lebens unbekannterweise danken will. 


Danke, dass du dich an diesen Moment vor vier Jahren erinnert hast. Daran, wie glücklich mich diese Sekunde der Aufmerksamkeit gemacht hat, wie ich jeden Tag gehofft habe, mir würde noch einmal diese Beachtung zuteil. Und all dieses Glück war nur ein Bruchteil dessen, wie es ist, nach all der Zeit das Gefühl zu haben, am Ziel zu sein. 

 

Danke, für diese Augenblicke der Vollkommenheit, diese Meisterwerke der Komposition. Diese Emotionen, Eindrücke, filmreife Szenen des Lebens, bei denen zum Teil nur noch die Hintergrundmusik fehlt um mich davon zu überzeugen, dass ich träume. 

 

Danke für diese wundervolle Person, die so besonders ist, dass du mehr als 50 Monate gebraucht hast, um dahin zu bringen, wo sie hingehört, neben mich, in den Mittelpunkt der Geschichte. Tausende Seiten, jede einzelne getränkt mit soviel Gefühl, dass sie mit Freudentränen und Blut geschrieben sein könnte. 

Danke, für das was zwischen den Zeilen steht.

 

Danke, dass sich ein roter Faden durch Geschichte zieht, der auf der ersten Seite beginnt, im ersten Satz, dem Satz, auf dem alles Spätere aufbaut. In diesem Satz fällt treffen sich zwei Blicke, und es ist bereits alles gesagt. Die Prädisposition für den heutigen Tag, viereinhalb Jahre später, an dem ich an genau diesen Moment zurückdenke, und meine Dankbarkeit nur mit Mühe in Worte fassen kann.

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