In einem Wettbewerb, von dem dachte ihn mühelos zu gewinnen und das beinahe konkurrenzlos, Zweiter zu werden, ist so furchtbar ernüchternd. Man ist nah am Ziel, ein Hauch fehlt zum Ersten. Man hat sein Scheitern in Form eines glücklichen Gewinners vor sich, und muss auch noch so tun, als freue man sich für ihn. Das wird so erwartet, dass man sich mit dem zufrieden gibt was man hat. Dass einem ein egoistischer Teilnehmer mit nichts weiter als Außenseiterchancen alle Aussichten auf die Erfüllung des Traumes vom Sieg nimmt, interessiert keinen.
Aber ich habe das sportliche Verhalten satt. ICH wollte deine Nummer 1 sein, ich dachte ich hätte endlich alles gewonnen was ich wollte. Aber jetzt stecke ich vor jedem zurück, der sich mir in den Weg schmeißt. Jeder scheint wichtiger zu sein als ich, und mein Verzichten scheint so selbstverständlich wie die Gratulation zum Sieg bei einem verlorenen Wettkampf. Wann ist dieses Zurückgestellt-werden endlich vorbei? Ich habe kein Problem damit den ersten Platz zu teilen, aber immer hinten anzustehen für ein männliches Äquivalent, der noch nicht einmal weiß, dass er die Vorteile geniesst die mir nicht zuteil werden, das ist kein Zustand in dem ich bleiben will.
Bei allem was ich tue zu spüren, dass es nicht genug ist, macht mich wahnsinnig.
Ich will mir nicht weiter vorkommen wie der belächelte Zweite, der so fest an seinen Sieg geglaubt hat, von dem aber jeder wusste, dass er nie gewinnen wird.
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