Dienstag, 6. März 2012

_________ (insert kreativen und passenden Titel here)

"How do you know when you're in love?" - "All the songs make sense" 

Es gibt wirklich komplizierte Dinge im Leben, dazu gehören Elementarphysik und eine perfekt sitzende Jeans zu finden. In der selben, wenn nicht sogar eine Liga höher, spielt ein Liebesbrief der dir gerecht wird. Wie altmodisch, könnte man denken, aber was für eine Rolle diese Briefe spielen, verstehen vermutlich nur wir. Was würde ich dir schreiben? Schon allein die Anrede stellt ein Problem dar, die allererste Zeile, die so viel sagen soll. "Mein Schatz", zu gewöhnlich, das Possessivpronomen drückt nur annährend aus, was du für meine Person ausmachst, DASS du meine Person ausmachst. Schatz, das Wort das Kostbarkeit verdeutlichen soll ist noch viel zu materiell um dir zu sagen, wie kostbar du bist. Also keine Anrede. Ich würde direkt mit dem anfangen, was ich dir sagen will. Was will ich dir sagen? Dieser Brief sollte der auf Papier gebannte Versuch sein, meine Gefühle für dich auszudrücken, er sollte dir all das sagen, was unausgesprochen in der Luft zwischen uns liegt, diese unmessbare, unfassbare Spannung, die dem Takt meiner Gedanken ein Metronom und eine Energiequelle ist. 
Ich will dir so viel sagen, vielleicht zu viel für alle Sprachen dieser Welt, wenn Bilder mehr als 1000 Worte sagen, so wäre ein Fotoalbum meiner Gedanken noch nicht genug, sondern vielleicht gerade einmal die Einleitung. 
Ich will das sein, was du brauchst und was du verdienst, viel zu oft war ich das nicht, gerade die letzten Wochen verlangen nach Entschädigung, von der ich hoffe dass ich sie dir irgendwann ermögliche. Natürlich sind da Schuldgefühle, Wut über mich selber, endlose Fragen nach dem 'wie konnte ich nur?'. Doch die allein würden den Rahmen eines Briefes sprengen.
Ich würde dir sagen, wie einzigartig du bist, wie wunderschön, dass du mir den Atem und den Verstand raubst, jedes Mal aufs Neue. 
Ich benutze das Wort 'Liebe' so ungern, weil es vielleicht eines der besondersten ist, die wir haben. Ein Wort, das mit fünf Buchstaben all das charakterisieren soll, was man für jemanden fühlt. Damit inflationär umzugehen, wäre mehr als Verschwendung. Aber dennoch bin ich überzeugt, du bist das, was ich Liebe nenne, denn Nichts ist mit dir zu vergleichen, Nichts, was jemals war. Liebe ist, zu wissen, was es bedeutet, dich zu verlieren. Und dich wiederzufinden. Liebe ist der Moment kurz vor einem Kuss, in dem man die Augen schließt und die Umwelt abschaltet. Liebe ist, wenn Lieder zu Erinnerungen werden. Liebe ist das dämliche Lächeln, in den unpassendsten Situationen, das mir deine SMS ins Gesicht zaubern.
Vielleicht würde ich versprechen, dich immer zu lieben, denn dich zu vergessen ist unmöglich. Ich gebe zu, ich habe es nie ernsthaft versucht, aber das würde ich auch niemals wollen. Warum die schönsten Erinnerungen, die kostbarsten Gedanken verdrängen?
Vielleicht würde ich dir von der Selbstbeherrschung erzählen die es kostet, vor anderen so zu tun als wäre da nichts, wenn ich dich sehe. Das ist nicht einfach, im Gegenteil, manchmal wünsche ich mir, es wäre nicht so kompliziert, oder außer dir und mir würde einfach kein weiterer Mensch existieren. 
Mir würde auffallen, wie unstrukturiert meine Gedanken sind, dass der Brief eine strukturelle Katastrophe ist für einen Menschen, der seine Kleidung ordentlicher zusammelegt als ich. 
Ich würde nostalgisch Erinnerungen an dich erwähnen, Stichwörter die dich an etwas erinnern, was wir zusammen erlebt haben, Hamburg, Alice im Wunderland, (k)ein Mond, und noch so viel mehr. 
Ich würde stundenlang an einem Schlusssatz überlegen, etwas philosophisches vielleicht, oder einfach nur ein ich liebe dich, in roter Tinte, so pathetisch, würde dann alles verwerfen, nur meinen Namen unter den Brief setzen, vielleicht nicht mal den, sondern ihn mit einem prägnanten Satz enden lassen. 
 Ich hab die Worte nicht, finde die Worte nicht, dir zu sagen was ich fühl, ein Liedzitat, auch keine schlechte Idee. Aber welches? Denn sogut wie jedes der Lieder die ich auf meinem iPod habe, erinnern mich an dich. 
Dann den ganzen Brief wieder verwerfen, neu anfangen, fluchen, mir der Unmöglichkeit der Aufgabe bewusst werden und schließlich einen Post auf meinem Blog dazu verfassen.

Ja, ich glaube so würde es ablaufen. 

2 Kommentare:

  1. Wie du es immer wieder schaffst, ein solch all umfassendes Gefühl so treffend und wahr zu beschreiben ist unglaublich. Ich kann mir exakt vorstellen, wie du da sitzt und schreibst, schreibst den Brief, den du dich nicht traust abzuschicken. Angst vor unperfektheit..obwohl er doch so perfekt wäre, so wie dieser Text. Trau dich endlich..die Aufgabe ist nicht unmöglich! (:

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  2. Ich hätte es nicht besser sagen können, geht mir genauso. Ich glaube, ich hab in Gedanken in den letzten 4 Wochen 8 Briefe verfasst und alle irgendwie wieder verworfen. Wahrscheinlich die schwerste Aufgabe von allen. Aber ich bin mir sicher, du würdest einen wunderbaren Brief hinbekommen.

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