Dienstag, 27. März 2012

Zusammen oder Getrennt?

"Lass mal, ich bezahl schon." 

Manchen Frauen mag dieser Satz vielleicht gefallen, entweder aufgrund der Geldersprarnis oder auch weil man sich über die gut gemeinte Geste freut. 

Aber ich bin stark dagegen, sich, gerade als Mädchen, einladen zu lassen. Das Einladen in Restaurants ist meiner Meinung nach ein Überbleibsel aus der Zeit, als Frauen nur mit Zustimmung ihres Ehemannes eine Arbeitsstelle annehmen durften, ihm den Lohn überlassen mussten, und nur dank des so genannten "Taschengeldparagraphen" monatlich eine gewisse Geldsumme von ihm zugeteilt bekommen haben. Sie waren finanziell gesehen nicht mündig, wie das in anderen Lebensbereichen aussah, kann man sich vorstellen. Wenn wir heute von uns in Anspruch nehmen, so emanzipiert zu sein, wie wir immer sagen, müssen wir unsere Einstellung also etwas überdenken. Es wäre nur konsequent, sein Essen selbst zu bezahlen, wenn man ansonsten andere Annehmlichkeiten der modernen Gesellschaft genießt, wie zum Beispiel Jeans, Alkoholkonsum, der vermutlich deutlich über dem der Männer in damaliger Zeit liegt, Meinungsfreiheit, freie Berufs- und Kleidungswahl und Fast Food. Also Ladys, Selbstbewusstsein und Emanzipation hört nicht an der Kasse auf. Mir persönlich gefällt auch der Gedanke nicht, dass jemand anders sein Geld, das ihm sicher nicht minder wichtig ist, als mir meins, für mich ausgibt. Das fände ich dann doch sehr egoistisch. Ich rede natürlich nicht vom kategorischen Ablehnen aller Einladungen, gelegentliche Aufmerksamkeiten erfreuen jede Frau, diese nicht Anzunehmen hat nichts mit Emanzipation zu tun, sondern mit Unfreundlichkeit. Es ist übrigens auch keine Schande, sich zu revangieren und als Frau mal seine männliche Begleitung einzuladen. 
 Solange ich mein eigenes Geld verdiene, oder netterweise von meinen Eltern welches bekomme wird in der Regel selbst bezahlt, und sollte ich kein Geld haben, ist das meine Schuld, und ich muss mit den Konsequenzen leben. Wenn ich alles ausgegeben habe, kann ich mir eben keine teuren Getränke oder 3-Gänge Menüs in Luxuscafés leisten. So ist das Leben. Darunter sollen meine Mitmenschen aber nicht leiden. Selber kochen kann auch sehr reizvoll sein. Wenn meine Mitmenschen dann aber unter meinen Kochkünsten leiden, habe ich ein Problem. Ich sollte kochen lernen glaube ich...


Cheers,

Nora

4 Kommentare:

  1. Das Problem daran ist, das die meisten Kerle euch nicht in eurer Emanzipation beschneiden wollen. Es ist als die nette Geste gemeint, die du dahinter vermutest.
    Tu "ihm" ab und an den Gefallen, kannst dich ja anders revangieren :)

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  2. Ach Süße, weißt du, es hat schon echte Vorteile, wenn man am Ende des Monats noch Kaffee trinken kann, weil der Typ gegenüber meint "Ich hab mich solange nicht gemeldet, ich zahle." Ist doch ok. (;
    Übrigens: Du kannst doch einigermaßen kochen. Und wenn ich wieder bei dir bin, dann holen wird das wieder nach.

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  3. denkt denn niemand auch mal daran, dass es den freunden/männern vielleicht ein gutes gefühl gibt die freundin einzuladen oder die angebete ?!
    das hat nichts mit emanzipation zu tun. wenn wir jetzt anfangen sämtliche unterschiede aufzuheben und alle komplett gleich sind, wo bleibt dann der reiz einer beziehung. auf geben und nehmen basiert alles und mit solchen aktionen bringt man das gleichgewicht durcheinander.
    männer fühlen sich gut dabei, zumindest anständige, ihren mädels was zu ermöglichen und das ist seit jahrmillionen so. wieso sollten wir aufeinmal alle prinzipien die sich seit generationen durchgesetzt haben auf einmal über den haufen werden. sicherlich sollte man sich nicht immer und überall einladen lassen. aber aus gegeben anlässen weiß ich, dass es auch dir freude macht geschenke entgegen zu nehmen.
    lasst differenzen bestehen, denn wir wollen nicht wirklich alle gleich sein!

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    1. Ich kann dir nur zustimmen. Falls SIE damit ein Problem hat, kann man sich arrangieren. Gönn ihm ab und zu die Freude. Andererseits ist es absolut falsch, von ihm zu ERWARTEN, dass er in die Tasche greift. Es ist eine nette Geste, keine Selbstverständlichkeit

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